Die Vorgeschichte

Bereits im Alter von 18 Jahren wollte ich ein Buch schreiben. Mir war zwar nicht klar über was, aber ich wollte die Welt verändern. Einfluss nehmen, das fand ich cool. Irgendwie die Welt zu verbessern war mir wichtig. Und ich schrieb damals ja immerhin seit 1981 schon 1 Jahr lang Tagebuch 😉 Wenn ich mir das heute rückblickend so anschaue, war das ganz schön wirres Zeug – aber durchsetzt mit klarsichtigen Momenten, die ich heute kaum besser ausdrücken könnte.

Ab 1984 studierte ich schließlich Philosophie. Eigentlich wollte ich philosophieren und meine Philosophien aufschreiben, aber ich musste erstmal lernen, dass man vorher ein paar Philosophen lesen sollte. Und dass die jetzt auch nicht so blöd waren.

Das hatte zwei Folgen. Eine positive und eine negative. Die positive Folge war, dass ich während dieses Studiums lernte, sehr genau zu lesen und auch zu schreiben. Ich lernte, Begriffe sauber zu verwenden und klar zu denken. Ich bekam ein Gefühl für die Tiefe mancher Bücher. Es gibt Bücher, die kann man zehn Mal lesen und findet jedes Mal was Neues. Und es gibt Bücher – speziell aus der heutigen Erfolgsliteratur – da finde ich schon beim zweiten Mal nur dasselbe, was ich auch beim ersten Mal gelesen hatte. Die negative Folge war, dass meine Ansprüche ans Schreiben enorm stiegen. Ich hatte keinen Bock auf solch flachen Scheiß. Klingt erstmal gut, aber ich hatte gemessen an meinen Ansprüchen nicht das Gefühl, dass ich selbst jemals in der Lage wäre, solche guten Bücher zu schreiben. Mein Selbstbewusstsein kam mir abhanden.

Mein erstes Booklet

Bis Januar 2006 hatte ich etwa 8.000-10.000 Seiten Tagebuch geschrieben. Ich hatte also Schreibpraxis. Aber ich glaubte, dass ein Buch viel zu groß für mich wäre. Zu dieser Zeit hatte ich einen Workshop bei Peter Sawtschenko. Wir hatten in meiner zweiten Firma ein spezialisiertes Intranet-System nur für Franchisesysteme entwickelt. Leider wurde ich von dieser Zielgruppe nicht wahrgenommen. Da sagte mir Peter Sawtschenko: „Du musst Dich als Experte positionieren.“ Das brachte mir jetzt nicht so viel, denn das hatte ich auch schon versucht. Dann fuhr er fort: „Am besten schreibst Du ein Booklet über Franchising und nutzt das als Trojaner.“

Damit löste er etwas aus, was ihm in diesem Moment mit Sicherheit selbst gar nicht klar war: Durch das Wörtchen „Booklet“, also „kleines Buch“ rutschte die Aufgabe plötzlich auf Augenhöhe. Das traute ich mir zu. Zuhause setzte ich mich sofort an den Computer und schrieb innerhalb von 3 Wochen das 120-Seiten-Booklet „Der Weg zum erfolgreichen Franchisegeber“. Eigentlich sollte es nur dazu dienen, die Software die auf den letzten Seiten des Booklets beschrieben wird, zu verkaufen. Und diese Funktion erfüllte das Booklet auch.

Aber das Feedback war ziemlich gut und es kamen Leute zu mir, die mir empfahlen, dazu auch ein „richtiges“ Buch zu schreiben. Und in mir wuchs das Selbstbewusstsein, dass ich das auch kann.

Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer

So schrieb ich Ende 2006 ein Exposé und fand im Januar 2007 Gabal als Verlag für ein „richtiges Buch“. Während ich meine zweite Firma verkaufte, von Berlin nach Freiburg umzog und die Unternehmercoach GmbH gründete, entstand „Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer“. Die Abgabe war für den 31. August 2007 geplant und fand auch – wie auch bei den Folgebüchern – auf den Tag genau statt. Das Buch selbst erschien im Februar 2008.

Die Entstehung war jedoch viel schwerer als es hier klingt. Ja, ich hatte einen Plan von den Inhalten. Und ja, ich wusste auch, dass es eine Story sein sollte. Und ich hatte bereits Erfahrungen aus meinem ersten Booklet, wie man gute Storys schreibt. Trotzdem war der erste Entwurf schlecht und wanderte komplett in den Mülleimer. Und der zweite Entwurf ebenfalls. Und der dritte auch. War interessant, mich selbst zu beobachten, wie sich das anfühlte, dass der Abgabetermin immer näher rückte und ich das Gefühl hatte, nur Mist zu schreiben. Die Hälfte der Zeit war ja schon rum. Nur noch dreieinhalb Monate… Ach ja, der vierte und der fünfte Entwurf landeten auch im Papierkorb. Noch 2 Monate… Und dann passte es!

Mir war bei der Abgabe klar, ein Meisterwerk geschrieben zu haben. Es enthielt das Wichtigste, was ich zu dieser Zeit übers Unternehmersein gelernt hatte: Aus eigenem Erleben, aus Büchern, Seminaren, von meinem Coach und von anderen Unternehmern. Und für mich habe ich in dieser Zeit gelernt, wie man herausragende Bücher schreibt.

Natürlich sollte das Buch Wissen weiter geben. Es fokussierte auf den Kern: Die Persönlichkeit des Unternehmers. Aber es sollte den Lesern auch Hoffnung machen und Wege aufzeigen. Und natürlich sollte es auch zur Positionierung der Unternehmercoach GmbH dienen. Völlig klar, dass dann das Buch auch nach meinem Corporate Design ausschauen sollte. Etwas, was anderen Autoren irgendwie nicht eingängig zu sein scheint… 😉

Jedenfalls schlug das Buch ein und ist (Stand Januar 18) nun in der 16. Auflage verfügbar. Zigtausende Unternehmer haben danach ihr Unternehmerleben verändert. Und natürlich ist das Buch auch die Basis des Erfolgs der Unternehmercoach GmbH. Innerhalb von 2 Monaten nach dem Erscheinen wuchsen die Umsätze – von zugegebenermaßen sehr niedrigem Ausgangsniveau – um den Faktor 6.

Die Kunst, seine Kunden zu lieben

Durch die vielen Kunden, die in den Jahren 2008 und 2009 meine Seminare besuchten und die ich in dieser Zeit coachte, stellte ich fest, dass die nächste Frage eines Unternehmers, wenn er seine eigene Rolle verstanden hatte, die Strategie war. Und ich stellte ebenfalls fest, dass die strategischen Konzepte auf dem Papier ziemlich unwichtig waren. Es ging um die strategische Haltung des Unternehmers. Wie kann es gelingen, eine Haltung der Konsequenz und des Fokus einzunehmen, um die Strategien überhaupt zum Leben zu erwecken. Es ging nicht um gute, sondern um – für diesen konkreten Unternehmer – funktionierende Strategien. Also letztlich wieder um die Persönlichkeit.

Aus diesem Bedarf heraus beschloss ich mein nächstes Buch zu schreiben. Schreibphase war von Januar bis August 2010. Ich wollte es noch besser angehen als beim letzten Mal und zog eine Bekannte, Susanna Mende, hinzu, um die Story zu entwerfen. Sie war am Anfang und am Ende je eine Woche dabei. Das war hilfreich.

Der Rest des Schreibens war eher widersprüchlich. Einerseits reiste ich damals viel durch die Gegend, flog an schönen Tagen Gleitschirm, schrieb an schlechten Tagen an meinem Buch und hin und wieder hielt ich Seminare. Das Coaching hatte ich Ende 2009 schon ganz bewusst aufgehört – zu viel Fachkraft-Tätigkeit! Ich ließ es mir also gut gehen. Andererseits war die Vorgabe durch den Weg zum erfolgreichen Unternehmer extrem hoch. Und ich hatte die ganze Zeit die von mir vorweg genommenen Erwartungen des Marktes im Kopf, die mich blockierten.

Ich musste zwar nur noch drei Mal von vorne anfangen, weil ich die Methodik beim vorherigen Buch erarbeitet hatte. Aber durch diese Selbstblockade war es dramatisch zäher. Und das war dann auch das wichtigste Learning: Wie geht man mit solchen hohen Erwartungen an sich selbst um.
Das Buch erschien im Februar 2011. Und auch dieses Buch schlug seine Wellen im Markt und ist mittlerweile (Stand Januar 18) in der 6. Auflage verfügbar.

Dein Wille geschehe. Führung für Unternehmer

In den folgenden Jahren stellte ich bei meinen Kunden fest, dass sich nach der eigenen Rolle und nach der Strategie eine weitere Frage stellt: Wie nehme ich meine Mitarbeiter mit? Und ich stand in meinem Unternehmen ebenfalls vor dieser Herausforderung. Führung also. Nun gab es da schon zehntausende Bücher. Vielleicht war darin ja die Antwort für meine Fragen und die Fragen meiner Kunden. Also lesen. Und ausprobieren. Und auf die Schnauze fallen. Und bei anderen Unternehmern beobachten. Nachmachen. Und wieder auf die Schnauze fallen. Reflektieren. Wieder ausprobieren und nochmals auf die Schnauze fallen. Im Lauf der Zeit erhöhte sich die Qualität des Hinfallens.

Und ich begriff, dass die Antworten, die ich suchte, nicht in den zehntausend anderen Büchern standen! Die meisten waren nämlich für Manager von Konzernen geschrieben und nicht für Inhaber kleiner Unternehmen. Nun ist erstens ein kleines Unternehmen was anderes als ein Konzern und zweitens ein Manager etwas grundlegend anderes als ein Unternehmer. Ja, es war sogar so, dass in diesen Büchern nicht nur nicht die Antworten zu finden waren, sie stellten noch nicht mal die wirklich relevanten Fragen. Was auch nicht verwunderte: die Autoren dieser Bücher waren nämlich allesamt keine Unternehmer, sondern bestenfalls selbständige Berater.

Zudem fiel mir auf, dass die meisten dieser Bücher Methoden lehrten. Und von der Annahme ausgingen, dass zwei Führungskräfte, die nach derselben tollen Methode arbeiten würden, auch ähnliche Ergebnisse erzielen würden. Aber man muss sich nur einfach mal vorstellen, man gäbe dieselbe Führungsmethode Trump, Putin und Merkel oder einem Pegida-Demonstranten. Unabhängig davon, dass sie teilweise von ihrem Wertesystem her gar nicht in der Lage wären, diese Methoden anzuwenden, würden sie auch, wenn sie sie anwenden würden, völlig unterschiedliche Ergebnisse erzielen. Der Schlüssel liegt in der Persönlichkeit des Führenden. Die Methoden sind bestenfalls das Sahnehäubchen oben drauf!

Und so war klar, dass ich ein drittes Buch schreiben würde. Wieder zur Persönlichkeit des Unternehmers, aber dieses Mal zur Führungspersönlichkeit. Der Schreibhorizont war von Januar bis 31. August 2016. Dieses Mal wusste ich, wie ich praktisch ans Schreiben gehen würde: Ich hatte mir 4 Sessions a 4-6 Wochen geblockt: auf La Palma, auf Mallorca oder zuhause. In der anderen Zeit hielt ich Seminare oder führte mein Unternehmen. Und wichtig: In dieser Zeit beschäftigte ich mich – selbst mental – bewusst exakt 0 Sekunden mit dem Buch.

Die Schreibtage waren diszipliniert durchstrukturiert: Morgens um 6 aufstehen, 45 Minuten Meditation, 30 Minuten Sport, gesundes Frühstück. Schreiben. Zwischendurch Wanderungen, um den Kopf auszulüften. Wenig und leicht Mittag- und Abendessen. Bis 21:15 Schreiben. 45 Minuten Meditation. Punkt 22:00 ins Bett. 4-6 Wochen lang jeden Tag. An schlechten Tagen entstanden so 6 Seiten pro Tag, an guten Tagen etwa 30-35 Seiten.

Das Problem kam dieses Mal von einer ganz anderen Seite: Mein eigenes Unternehmen erwies sich immer mehr als schlecht geführt. Wie sollte ich ein Führungsbuch schreiben, wenn es bei mir selbst nicht funktionieren würde? Im Mai 2016 konnte ich mir selbst im Spiegel nicht mehr in die Augen schauen. Ich warf mal wieder das ganze Manuskript in den Mülleimer. Dann kümmerte ich mich um mein Unternehmen: In 5 Wochen kamen vier neue Mitarbeiter und fünf neue Coaches dazu. Ich baute meine Führung um und die Stimmung (und die Ergebnisse) stiegen dramatisch. Jetzt funktionierte es. Und mit diesem Bewusstsein setzte ich mich wieder hin und schrieb in zwei Monaten 500 Seiten. Jetzt passte es!

Am 30. August, also 1 Tag vor Plan, konnte ich das Manuskript abgeben. Das Buch erschien am 9. März 2017. Und schlug wieder ein wie eine Bombe. Im selben Jahr kam bereits die zweite Auflage.

Und das Buch ist zurzeit das einzige Buch, das sich speziell um das Thema „Führung für Unternehmer“ kümmert.

Ein neues Buch?

Von meinen Kunden werde ich immer wieder gefragt, wann ich mein nächstes Buch schreibe. Nun gibt es tatsächlich viele Autoren von Erfolgsbüchern, die jedes Jahr ein neues Buch heraus bringen. Das liegt daran, dass sich die meisten Erfolgsbücher vielleicht gerade mal 2-5 Monate verkaufen, bevor sie wieder in der Versenkung verschwinden. Und da das Buch dem Selbstmarketing dient, muss halt jedes Jahr ein neues geschrieben werden.

Das Problem dabei: entweder steht dann nahezu dasselbe drin wie das Jahr zuvor, so dass niemand ein drittes Buch dieses Autors lesen wird. Oder es ist inhaltlich dermaßen flach, dass auch niemand mehr ein neues Buch lesen wird. Mein Anspruch ist ein anderer! Ich will nur Bücher mit Tiefe und Relevanz schreiben. Und ich will in einem neuen Buch etwas anderes schreiben als in meinen bisherigen Büchern. Und das benötigt Zeit!

Zeit, um neue Erfahrungen zu machen. Zeit, um im Markt zu lernen, was nun die nächsten Probleme sind. Zeit, um zu reflektieren und selbst neues auszuprobieren. Zeit, sich selbst zu verändern. Und schließlich Zeit, das alles inhaltlich so zu reproduzieren, dass ein Leser damit was anfangen und dies umsetzen kann. Gefühlt ist das absolute Minimum 3-6 Jahre. Und diese Zeit wird dann mit Longsellern belohnt: die Verkaufszahlen vom „Weg zum erfolgreichen Unternehmer“ sind im Januar 2018 besser als in irgendeinem Monat der vergangenen 10 Jahre zuvor. Das geht nur, wenn man ein Thema von Relevanz mit der entsprechenden Tiefe behandelt.

Deshalb werde ich mein nächstes Buch nach meiner bisherigen Planung nicht vor 2024 schreiben, so dass frühestens 2025 ein neues Buch von mir erscheinen wird.